21.10.2019 Norbert Pötzl Der Treuhand-Komplex

 

 

Montag, 21. Oktober 2019, 20 Uhr, Museum unter der Yburg, Obergaß 24 (Hindenburgstr.), Stetten
Lesung Norbert F. Pötzl: Der Treuhand-Komplex. Legenden. Fakten. Emotionen

Die Treuhandanstalt war eine in der Spätphase der DDR gegründete Anstalt des Öffentlichen Rechts, mit der Aufgabe, die volkseigenen Betriebe der DDR nach den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu privatisieren und die „Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern“. So die offizielle Beschreibung ihrer Tätigkeit.
Für viele ehemalige DDR-Bürger war sie (und ist sie bis heute) ein kapitalistisches Ungetüm und der Sündenbock für alle negativen Entwicklungen in den neuen Bundesländern. Viele machen sie auch für die aktuellen Wahlerfolge der AfD in Ostdeutschland verantwortlich
Norbert Pötzl hat sich intensiv mit der Geschichte der Treuhand beschäftigt und als Erster die seit Kurzem im Bundesarchiv zugänglichen Treuhand-Akten gesichtet. Er unterzieht in seinem im September 2019 erscheinenden Buch „Der Treuhand-Komplex“ anhand der Fakten alle Meinungen, die über die Treuhand kursieren, einer eingehenden Analyse. Er untersucht, ob die Treuhand seinerzeit tatsächlich böswillig DDR-Staatsvermögen verschleudert und die Bevölkerung um dessen Besitz gebracht hat und bringt die unterschätzte (und oft unterschlagene) Rolle ostdeutscher Akteure bei der Entstehung der Treuhand und in der Privatisierungspraxis an die Öffentlichkeit.
Norbert Pötzl, Jahrgang 1948, wuchs in Waiblingen auf und machte am Staufer-Gymnasium sein Abitur. Nach Stationen bei verschiedenen süddeutschen Lokal- und Regionalzeitungen war er von 1972 bis 2013 als Redakteur für das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel tätig.
Er ist Autor zahlreicher Bücher und Biographien (u.a. über die Barschel-Affäre, Honecker und Bismarck). Im Februar 2018 war er mit seinem Buch „Casablanca 1943“ bei den Provinziellen Lebenswegen der Allmende zu Gast.
Eintritt: 6 Euro