MB 06-2020 vom 5.2.2020 – Gedenktag für die Opfer der NS-Diktatur (2)

Letzte Woche berichteten wir über den 27. Januar. An diesem Tag jährte sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal und seit 1996 ist dies der Gedenktag für alle Opfer des NS-Diktatur.

Wir berichteten über die 403 Menschen mit Behinderungen, die in Grafeneck im Rahmen der „Euthanasie“ ermordet wurden. Sie kamen aus der Anstalt Stetten (inkl. der Zweigstelle „Schweizerhaus“ in Rommelshausen) und der nach Stetten verlagerten badischen Anstalt Kork. Für 2 Behinderte aus Stetten, Marta Schmid in der Langestr. 7 und Ernst Friedrich Beurer in der Pommerstraße 67, wurden 2010 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Stolpersteine vor ihren früheren Wohnhäusern verlegt.

Das Foto zeigt den „Erfinder“ dieses Gedenkprojektes, Gunter Demnig, beim Stolperstein für Ernst Beurer.

Ein weiterer Stolperstein wurde für den Arbeiter Oswald Link in der Langestr. 20 in den Gehweg eingelassen. Link, Jahrgang 1892, der aus dem Schwarzwald stammte, war 1918 nach Stetten gekommen. Er war Mitglied der Metallarbeitergewerkschaft und Sympathisant der SPD. Weil seine Lunge durch einen Gasangriff im 1. Weltkrieg geschädigt wurde, war er längere Zeit krank. Deshalb stuften ihn die Nazis als „arbeitsscheu“ ein. Er wurde ins Arbeitserziehungslager Aistaig-Oberndorf eingeliefert und dort im April 1943 zu Tode geprügelt. (Forts. folgt)

Film “d’Elis bachd”
Vorführung, Sa, 15.2., 15:30 Uhr, Feuerwehrhaus Stetten