Allmende Rundbrief 135 zum Jahresende 2020

Allmende Rundbrief Nr. 135 vom 20. Dezember 2020

Liebe AllmendianerInnen,

drei Monate ist es jetzt her, dass wir den letzten Rundbrief geschrieben haben – und drei Monate ist es her, dass wir die letzte Veranstaltung machen konnten – eine sehr schöne Lesung mit dem Berliner Autor Christian Baron und seinem Buch „Ein Mann seiner Klasse“.

Seither mussten alle Veranstaltungen corona-bedingt abgesagt werden. Sogar unsere Allmende-Backtage.
Geplant war ein Vortrag mit der Berliner Soziologin und Senatsabgeordneten Katalin Gennburg über die Mobilität der Zukunft sowie ein Gespräch mit Bascha Mika, der ehemaligen Chefredakteurin von taz und Frankfurter Rundschau über Pressefreiheit und das Schicksal des in England eingesperrten Journalisten Julian Assange, der dieses Jahr den Stuttgarter Friedenspreis unserer Partnerorganisation AnStifter erhielt. (www.die-anstifter.de)

Die von den AnStiftern für den 6.12. geplante Friedensgala im Theaterhaus musste ebenfalls verschoben werden. Dafür organisierten die Julian-Assange-Mahnwachen am Sonntag, 6. Dezember eine Kundgebung für seine Freilassung auf der Königstraße. Sie kann unter dem Link www.youtube.com/watch?v=uDD77Z9agEM&feature=youtu.be nachträglich angeschaut werden.

Auch unser normalerweise zwischen den Jahren stattfindender Rückblick auf das abgelaufene Jahr muss leider ausfallen.

Der Jahresrückblick kommt deshalb hier in schriftlicher Form:

Im Grunde genommen konnten wir 2020 nur zwei „richtige“ Veranstaltungen durchführen: die (bundesweite) Uraufführung des Films „Der marktgerechte Mensch“ sowie die bereits erwähnte Lesung mit Christina Baron.

Hinzu kamen ein Vortrag beim Mosernachmittag sowie 6 Backtage im Stettener Backhäusle. Darunter auch der 50. Jubiläums-Backtag mit dem Holzofenbäcker Günne Weber vom Lorettohof, mit dem uns ja eine jahrzehntealte Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet. Von Günne Webers jüngstem Buch “Zopfbrot mit Blaulicht” haben wir noch ein paar Restexemplare. Können über unsere Kontaktadresse bestellt werden.

Von April bis August beteiligte sich die Allmende (zusammen mit anderen Kulturtreibenden) an sechs von insgesamt 12 Sendungen des von Thomas Bitzer-Prill von dig-it! Media organisierten „Korona Kultur Kanals“. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Thomas und die anderen Beteiligten. Unsere Erstsendung vom 23. April 2020 ist immerhin inzwischen bei über 3.000 Zugriffen angekommen.

Alle Sendungen können auf youtube.com unter dem Stichwort „Korona Kultur Kanal“ angeguckt werden.

Bei dieser Gelegenheit haben wir auch alle bisher produzierten Dokumentarfilme der Allmende ins Internet gestellt. Ebenfalls auf youtube.com unter dem Stichwort „Projekt Dorfgedächtnis“.

Der absolute Renner ist dabei unser erster Film „d’Elis bachd“ über das Brotbacken im Holzofen mit inzwischen über 125.000 Zugriffen (!).

Übrigens, der SWR-Film über Günne Weber „Wie man wirklich gutes Brot backt“ hat inzwischen über 3,3 Millionen Zugriffe. Das werden wir mit der Elis nicht mehr schaffen.

Auch unsere für den Spätherbst geplanten Filmpremieren aus dem Projekt Dorfgedächtnis „Marta Gräf Hondert“ und „Stetten.Grafeneck.1940 – Teil 2“ mussten wir coronabedingt auf das Jahr 2021 verschieben.

Wann wir sie zeigen können? Wann wir wieder Veranstaltungen organisieren können? Wir wissen es nicht.

Finanziell kommt die Allmende einigermaßen über die Runden – im Gegensatz zu vielen Kulturtreibenden, Soloselbstständigen im Kulturbereich, AutorInnen und denen, die auf technischer oder organisatorischer Seite hier mit dranhängen.

Trotzdem sind wir natürlich für Spenden dankbar. Bitte dabei beachten: Namen und Adresse nicht vergessen, damit wir eine Spendenbescheinigung zuschicken können.

Und – das Allmende Konto bei der Volksbank Stuttgart haben wir aufgelöst. Als Protest gegen die Einführung von Kontoführungsgebühren ab 1.1.2021.
Vor allem auch aus Protest gegen die unsoziale Komponente dieser Gebühren. Von der Volksbank werden nämlich einseitig die Armen (z.B. Menschen in Hartz IV und in Grundsicherung) benachteiligt. Finanziell besser gestellte Menschen können bei diesem Kontomodell, wenn sie viele Finanzgeschäfte mit der Volksbank machen (z.B. Altersvorsorge, Bausparen, Versicherungen usw.) ihre Kontoführungsgebühr bis auf Null drücken. Einkommensarme Menschen können das nicht.

Bei einem Gespräch mit dem Filialleiter der Volksbank in Kernen wurde uns gesagt, wenn uns dies nicht gefalle, könnten wir doch zu einer anderen Bank wechseln.

Was wir auch taten. Ab sofort besteht nur noch das u.a. Allmende-Konto bei der Kreissparkasse. Diese bietet nach wie vor für Vereine ein kostenloses Girokonto an.

Allerdings hat auch die Kreissparkasse – das soll nicht unerwähnt bleiben – vor 2 Jahren für „normale“ Girokonten eine Kontoführungsgebühr eingeführt, von der einkommensarme Menschen überproportional hart betroffen sind.

Den Schluss bildet heute die Weihnachtsbotschaft, die wir gestern unter dem Titel „Realisten und Träumer“ im Mitteilungsblatt der Gemeinde Kernen veröffentlicht haben:

2012 organisierte die Allmende einen Vortrag mit dem Journalisten Ronald Blaschke über das bedingungslose Grundeinkommen.
Was ist das bedingungslose Grundeinkommen? Es bedeutet, dass wir alle, unabhängig von unserer wirtschaftlichen Lage, eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche finanzielle Zuwendung erhalten, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss. Die Idee wurde vor 10 Jahren vom Gründer der dm-Drogerien, Götz Werner, populär gemacht.
Nun hat er unerwartete Unterstützung bekommen. Und zwar von Jorge Mario Bergoglio, besser bekannt als Papst Franziskus. In seinem neuen Buch „Wage zu träumen“ erneuert dieser seine Grundbotschaft gegen den Kapitalismus und gegen die Gewaltformen, die diese Art des Wirtschaftens gegen Mensch und Natur zwangsläufig erzeugt.

Zugleich formuliert er Träume, wie die Welt aussehen könnte, wenn die Corona-Pandemie einmal vorbei ist. Einer seiner Vorschläge ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf der ganzen Welt.

Franziskus sagt: “Das Grundeinkommen könnte die Beziehungen auf dem Arbeitsmarkt umgestalten und den Menschen die Würde garantieren, Beschäftigungsbedingungen ablehnen zu können, die sie in Armut gefangen halten. Es würde ihnen die benötigte grundlegende Sicherheit geben, das Stigma [negativ bewertetes Merkmal] des Wohlfahrtsstaates beseitigen. Es könnte dazu beitragen, dass die Menschen dazu frei werden, das Verdienen des Lebensunterhaltes und den Einsatz für die Gemeinschaft zu verbinden”.

In den ärmsten Ländern der Erde leben 7 von 10 ArbeiterInnen von informeller [ungeregelter] Arbeit, ohne sozialrechtliche Ansprüche. Wenn sie wg. Corona ihre Unterkünfte nicht mehr verlassen können, stehen sie vor dem Nichts.

Nutzen wir die (zwangsverordnete) Weihnachtspause auch dazu, darüber nachzudenken, wie eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung aussehen könnte.


Wir danken allen, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben und hoffen, euch bald wieder bei unseren Allmende-Veranstaltungen begrüßen zu können.

Bleibed obå ond bleibed xond!

Solidarische Grüße

Ebbe

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Hier unser Konto:

Kreissparkasse Waiblingen
IBAN (lesefreundlich): DE49 6025 0010 0015 0561 97
IBAN (zum Kopieren): DE49602500100015056197
BIC: SOLADES1WBN

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