Donnerstag, 21. April 2022, 19 Uhr, Glockenkelter: Vortrag “Das Kriegsende 1945 in Stetten” + Film “Unbekannte Helden”

Am 21. April 1945 marschierte die 100. Infanteriedivision der US-Armee in Stetten ein. Dies war das Ende der NS-Diktatur für das Remstaldorf, die Kapitulation der Wehrmacht folgte am 8. Mai 1945.

Die meisten Einheimischen erinnern sich an den 21. April als „Zusammenbruch“, nach nur 12 Jahren war das vielbeschworene „Tausendjährige Reich“ zu Ende. In den Tagen davor waren noch rasch belastende NS-Dokumente und Reliquien vergraben oder im örtlichen Backhäusle verbrannt worden. Familien mit KonfirmandInnen waren darum besorgt, die für die Feier gebackenen Kuchen vor den hungrigen GIs in Sicherheit zu bringen.

Für andere war der 21. April der Tag der Befreiung. Wie für das jüdische Ehepaar Max und Ines Krakauer, die jahrelang mit falschen Papieren als „Unterseeboote“ gelebt und bei der Stettener Pfarrersfrau Hildegard Spieth ihre letzte Rettungsstation gefunden hatten.

Es war auch eine Befreiung für die französischen Kriegsgefangenen und die zahlreichen „FremdarbeiterInnen“ vor allem aus Osteuropa, die im Krankenhaus im Schloss, in der Land-wirtschaft und in Privathaushalten Zwangsarbeit leisten mussten.

Der Einmarsch forderte noch mindestens drei Todesopfer, Wehrmachtssoldaten, die auf dem Kleinen Feldle von der US-Armee erschossen wurden.

In einem Vortrag mit Fotos und Dokumenten erinnert der Stettener Heimatforscher Ebbe Kögel an die damalige Zeit. Außerdem wird der Film „Unbekannte Helden“ über das Schicksal der Krakauers gezeigt, der im Mai 2020 im SWR-Fernsehen Premiere hatte. Hier der Link zur Filmvorschau: vimeo.com/394979850/780282a5fa

Das Szenenfoto aus dem Film zeigt den Moment der Befreiung der Krakauers am Stettener Pfarrhaus. v.l.: Judith Quast als Hildegard Spieth mit Kind, Ulrike Folkerts als Ines Krakauer und Karl Kranzkowski als Max Krakauer. Foto: AV Medien

VertreterInnen der Produktionsfirma AV-Medien sind anwesend.

Unkostenbeitrag: 7 Euro.