Rückblick auf die Lesung von Hannes Hofbauer: „Aller Rechte beraubt – mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat“ am 22. April 2026 in der Glockenkelter

30 Interessierte kamen zur Lesung von Hannes Hofbauer aus seinem jüngten Buch.
Der Vortrag war weitgehend identisch mit seinem Auftritt in Frankfurt am Sonntag, 19.4.26 bei den Freidenkern in Frankfurt.
Dieser Vortrag kann unter folgendem Link abgerufen werden:

Hofbauer Vortrag Frankfurt 19.4.2026

Hier die wichtigsten Auszüge aus diesem Vortrag:

Inhaltliche Übersicht
– Was ist dieses Sanktionsregime?
– wen trifft es (Personen, nicht Staaten)
– Historische Spurensuche
– Neue Sanktionen ab 2014 als Werkzeug im Krieg gegen Russland

Gegenwärtig ist das 19. Sanktionsregime der EU gültig. Das erste Sanktionspaket stammt vom März 2014 (!). Nr. 20 wird gegenwärtig noch von Ungarn blockiert (seit März 2014 erste Sanktionen).
Wer wird sanktioniert?
– Hundert Oligarchen auf der Liste, ganze Branchen weg. Politiker usw.
– Gegen Personen und Unternehmen + Sprengung Pipeline.
– Nicht genehme, angeblich „Falsche Analyse wird zensoriert: Think Tanks z.B. Waldai-Club
Vor den Maidan-Ereignissen 2014 gab es schon Sanktionen gg. Janukowitsch, nachdem sich er und das ukr. Parlament gegen das EU-Assoziierungsabkommen ausgeprochen hatte.
Welche Sanktionen werden praktiziert: Einzug von Vermögen, Reisebeschränkungen, keine Hilfe annehmen (völlig rechtlos gestellt).
Geschichte:
Schon im Römischen Reich gab es sog. Proskriptionslisten (Vermögensentzug, straffrei töten). Cicero wurde Opfer davon, weil er die Republik gegen das Kaisertum von Augustus verteidigt hatte.
Vogelfreiheit im Mittelalter à Waldgänger. Frauen zu Witwen, Kinder zu Waisen.
Neuzeit: Reichsacht, Kirchenacht (Martin Luther).
Ausbürgerung nicht genehmer Personen und von Juden in der NS-Diktatur. Widerruf der Staatsangehörigkeit
Nach 1945 Ausbürgerung Tausenden von griechischen kommunistischer Widerstandskämpfer durch die Militärjunta.
Seit 9/11 sog. Terrorlisten von USA, EU + UNO. (In EU traf es zuerst baskische Separatisten)
Früher wurde konkrete Taten bestraft, jetzt reichen Worte.
Die vom EU-Rat beschlossenen Listen sind rein politischer Natur.. 1. Verordnung 208/2014 vom 5. März 2014 (vor Einmarsch der Russen!!)
Janukowitsch ist dagegen vorgegangen, ohne Erfolg
Inzwischen sind 2700 Menschen und Organisation (politisch, ökonomisch, medial) auf der Liste, Russen, Ukrainer, Usbeken. Sogar aus Afrika wg. Desinformation!
Biographien von Menschen auf der Liste: z.B. Roman Abramowitsch, seit März 2022, erzwungener Verkauf seiner Anteile am Fussballclub Chelsea, Spenden an Ukraine, sonst Beschlagnahme. Prozess.
Oleg Deribaska, Miteigentümer von 25% der Baufirma STRABAG. Sanktioniert, obwohl er ein Kritiker des Einmarsches ist.
Interessant: Die STRABAG baut Stuttgart21 (Über ihre Tochterfirma ZÜBLIN!!

Ziele der Massnahmen:
Verdrängung potentieller Konkurrenten vom Europ. Markt.
Sanktionen gegen alle russischen Politiker mit dem Ziel Regimewechsel

Unterschiede zwischen ukrainischen und russischen Künstlern, die sich ultranationalistisch äussern: Die ukrainischen Hetzer („Brennt in der Hölle, ihr russischen Schweine“ werden nicht sanktioniert.

Sanktionswesen ist beim Zoll angesiedelt – ursprünglich wirtschaftlicher Vorgang.
Beschlagnahme russ. Zentralbankgelder in Höhe von 300 Mrd. Dollar.

Meldepflicht nach § 10 + Jedermannspflicht zur Denunziation von Menschen, die sanktioniert werden sollten bzw. schon sanktioniert wurden:

Betroffene (Beispiele):
Alina Lipp (angeblich wegen § 140 StGB + §13 Völkerrechtsstrafrecht: Billigung von Angriffskriegen ist strafbar).
Jacques Baud, ein Schweizer Militäranalist – angebliche Russ. Propaganda
Der deutsche Journalist Hüseyin Dogru (angeblich wg. russischer Propaganda.)

3 Thesen zum Hintergrund der Sanktionen:
– bürgerlicher Tod, Existenzvernichtung
– Machtverschiebung: von Gewaltenteilung zum autoritären Staat
– Schritt in Richtung selektives Kriegsrecht. Spannungsfall ausrufen zum Aushebelung der Grundrechte
Aber – der Gegner schwächelt. Sonst müsste er nicht zu derartigen Massnahmen greifen.Im Netz gibt es Unterschriftenlisten zur Unterstützung der sanktionierten Personen, insb. Baud + Dogru.
Hier die Links:
https://gemeinwohl-lobby.de/sanktionen-gegen-meinungsfreiheit/ (Aussenministerium + Dt. Journalistenverband)

Kundgebung für Baud + Dogru, Schlossplatz Stuttgart, April 2026, Foto Wasserforum Stuttgart